Was ist Coaching?

Bis vor einigen Jahren war das Wort Coach für die meisten lediglich aus dem Sport geläufig. In letzter Zeit findet es sich allerdings auch immer häufiger in anderen Bereichen des Lebens und vor allem auch der Arbeit wieder. Was ist ein Coach, wo liegen die Unterschiede zum Berater bzw. Consultant und wann kann es hilfreich sein, sich auf ein Coaching einzulassen?

Coaches begleiten Individuen, Teams und Organisationen bei Veränderungen (/Transitionen). Sie schaffen Reflektions-Räume und unterstützen den bzw. die Klienten (/Coachees) bei der Erarbeitung von Problemlösungen.

Am Anfang steht die Auftragsklärung

Dabei liegt der Schwerpunkt der Arbeit eines Coaches darin, in einem strukturierten Gespräch mit den Klienten zunächst den Auftrag zu klären. Bereits bei diesem ersten Schritt kann es vorkommen, dass sich der ursprüngliche Auftrag nicht nur konkretisiert, sondern durch neue Erkenntnisse bereits weiterentwickelt.

Systemeinsicht generieren

Auf Basis dieses Auftrags erarbeitet der Coach für sich selbst aber auch für den Klienten anhand gezielter Fragen Einsicht in das System. D.h. er versucht, nicht nur das Problem zu verstehen und einzugrenzen, sondern auch, das Umfeld (hierunter versteht man beispielsweise die Organisationsstrukturen, die mittelbar und unmittelbar Beteiligten, das Marktumfeld, verwendete Werkzeuge und Prozesse etc.) näher zu beleuchten. Dadurch gewinnt der Coachee idealerweise bereits neue Sichtweisen auf seine aktuelle Situation.

Raum für Lösungen schaffen

Im weiteren Verlauf des Coachings erarbeitet sich der Coach anhand der gewonnenen Systemeinsicht und verschiedener theoretischer Modelle seine Coaching-Hypothese und versucht anhand dieser den Klienten durch die Schaffung von Reflexionsräumen in die Lage zu versetzen, selbst mögliche Lösungsansätze sowie erste Schritte zu erkennen.

Der Unterschied zum Berater

Im krassen Unterschied zur klassischen Beratung schreibt der Coach hierzu keine vorgefertigten Problemlösungen vor. Viel mehr bietet er, soweit nötig und sinnvoll, Sekundär-Beratung und Interventionen.

Beispiel Sekundärberatung: „Ich stelle euch nun ein theoretisches Modell zur Analyse von Team-Strukturen vor.“

Beispiel Intervention: „Wie würdet ihr eure aktuelle Zusammenarbeit anhand dieses Modells einordnen? Wodurch kommt ihr zu dieser Einschätzung? Was wären aus eurer Sicht nötige Schritte um eine andere Kategorisierung innerhalb des Modells zu erreichen?“

Dies bewirkt, dass die Coachees selbst neben der Art auch über die Geschwindigkeit und den Umfang ihrer Lösungsfindung entscheiden und somit eine deutlich höhere Akzeptanz gegenüber dem Lösungsprozess erreicht werden kann, was folglich auch zu wirklicher Nachhaltigkeit führt.

Eine Frage der Haltung

Während des gesamten Prozesses ist der Coach permanent bemüht, sich selbst und seine eigene geistige Haltung hinsichtlich drei grundlegender Regeln zu reflektieren. Da dieses Thema eine derart zentrale Rolle in der Arbeit als Coach einnimmt, war es durchaus einen eigenen Artikel wert: Die Haltung eines Coaches. 

Buchempfehlung

Als weiterführende Literatur zum Thema Coaching und Organisationsentwicklung kann ich das Buch „Agiles Coaching“ (Werbung) von Judith Andresen empfehlen. Neben der theoretischen Behandlung des Themas liefert sie auch zahlreiche Praxisnaher Beispiele sowie viele nützliche Modelle und Erklärungen rund um Agile Transitionen, Coaching und Organisationsentwicklung.